
Reykjavik 2025
Seit ich ein junges Mädchen war, träume ich davon nach Island zu reisen. Damals habe ich, wie die meisten Mädchen in dem Alter, mich für Pferde interessiert und bin geritten. So durfte ich auch 2x Reitferien auf einem Island Pferdehof machen. Die Kleinen robusten Pferde stahlen mir direkt mein Herz. Ich fing an mich auch mit dem Land zu beschäftigen und so wuchs der Wunsch dahin zu reisen.
Jetzt, grob 38 Jahre später sollte es endlich so weit sein.
Da ich inzwischen mit der Fotografie angefangen habe, und ich bisher nie das Glück hatte Nordlichter zu sehen, wenn sie sich mal in den tiefen Süden verirrten, entschloss ich mich die Reise in zwei Etappen zu machen. Ein paar Tage im Dezember, in der Hoffnung Polarlichter zu sehen und dann noch Mal 10 Tage im Mai.
Heute erzähle ich von dem Kurztrip nach Reykjavik.
Ja, es war wirklich ein Kurztrip und es gab keine Garantie darauf, Polarlichter zu sichten.
Das war mir klar, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Tag 1
Also setzte ich mich in den Flieger und es ging ab nach Island. Die Anreise war anstrengend, da wir gut 1,5 Stunden Verspätung hatten.
Am Hotel war ich dann erst gegen 19 Uhr Ortszeit (also 20 Uhr unserer Zeit).
Der Hunger trieb mich Richtung Innenstadt.
Island ist für uns ein echt teures Pflaster. Das war mir bekannt, weshalb ich nach Supermärkten Ausschau hielt. Davon gibt es jede Menge. Wie dem auch sei, ich war also im Supermarkt und sah, dass die dort auch Hotdogs hatten, von denen ich gehört hatte, dass sie so gut sein müssen. Und ja, die sind so gut!
Tipp: probiere Hotdogs im Supermarkt oder noch besser an einen der kleinen Buden in Reykjavik.
Gesättigt und müde ging es zurück ins Hotel, so dass ich gegen 23 Uhr endlich im Bett lag und noch etwas im TV schaute. Auf einmal gab es Störungen im Bild, weshalb ich doch noch Mal das Rollo von Fenster auf Seite zog. Was ich dann sah, ließ mich in einer Sekunde wieder Glocken wach werden. Vor meinem Fenster tanzten Polarlichter!
Ich war noch nie im Leben so schnell wach und draußen.
Zur Bay war es zum Glück nicht weit. Die Kamera war schnell aufgebaut und dann hieß es, die Show genießen. Mein Traum wurde Real. Trotz vorbei ziehenden Wolken waren sie zum großen Teil mit bloßen Augen zu sehen. Ich bin so dankbar, dass ich dieses Naturphänomen sehen durfte.
Tipp: Ladet euch Apps zu Aurora Sichtung runter, damit erhöht ihr eure Chancen. Folgende Apps habe ich:
Polarlicht
Auroa now
Nordlichtmelder
Hello Aurora (diese bezieht sich rein auf Island und zeigt auch die Wolkenentwicklung)
Nachdem das Spektakel beendet war, ging es überglücklich endlich ins Bett und ich schlief mit einem riesen Grinsen ein.
Tag 2
Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf dem Weg Richtung Innenstadt. Ich hatte mir eine Reykjavik City Card bestellt und wollte diese natürlich als erstes abholen. Gar nicht so einfach aber mit der Hilfe von sehr freundlichen Einwohner habe ich doch eine Stelle gefunden, die schon offen war.
Vor meiner Reise habe ich mich natürlich ganz viel informiert und mir bei Maps alles markiert, was mögliche Ziele sein könnten. Dabei habe ich schon gemerkt, dass ich das niemals schaffen würde. Also habe ich mir den Plan gemacht, keinen Plan zu machen und mich einfach treiben zu lassen. Ich denke das war richtig so, denn das Wetter war echt bescheiden.
Tipp: seid auf jedes Wetter vorbereitet. Über meine wetterfeste Kleidung und Schuhe war ich dankbar, denn ich war nur einmal nass, von morgens bis abends und dank des Sturms immer von allen Seiten.
Mein erstes Ziel war Gamla höfn - der Alte Hafen. Hier war es zwar stürmisch aber noch trocken. Ab 11 Uhr setzte der Regen ein und so machte ich ein von Tür zu Tür hopping.
Was aber auf keinen Fall fehlen durft war die Jólakötturinn (die Weihnachtskatze). Die Weihnachtskatze ist fest in der isländischen Weihnachtstradition verankert. Sie frisst alle kleinen Kinder, die zu Weihnachten keine neuen Anziehsachen geschenkt bekommen haben. Als riesen Konstruktion aus Stahl und Lichtern steht sie zur Weihnachtszeit beim Gróðurhúsið.
Die nächsten "Trocknungsstationen" waren das Hard Rock Cafe, das Punk Museum, der Weihnachtsladen und die Lebowski Bar.
Die Hallgrímskirkja und die Rainbow Street durften natürlich auch nicht fehlen.
Die Hallgrimskirche ist ein fantastisches Gebäude. Die Konstruktion bezieht sich auf die Basaltformationen, die man auf Island sehen kann.
Natürlich habe ich auch etwas Weihnachtsshopping gemacht. Leider gibt es überall nur Papiertüten, was bei dem Regen suboptimal ist. 2x sind mir die Tüten so durchweicht, dass sie gerissen sind.
Tipp: nehmt einen Rucksack oder Einkauftaschen mit.
Der Tag neigte sich dem Ende und da ich, von Deutschland aus, eine Nordlicht Tour gebucht hatte, ging es erstmal wieder ins Hotel. Die Klamotten mussten auch noch etwas trocknen.
Grundsätzlich war mir schon vor der Tour klar, dass es heute kaum eine Chance auf Polarlichter gab. Laut Vorhersage würde fast ganz Island unter einer geschlossenen Wolkendecke liegen. Aber ich dachte, ich lasse mich Mal überraschen.
Relativ pünktlich wurde ich vom Shuttle Bus abgeholt.
Zu meiner Überraschung fuhr dieser Bus zum Busbahnhof. Dort warteten 4 Reisebusse, die uns in Kolonne fuhren. Ich konnte meine Entgeisterung nicht wirklich verbergen. Damit habe ich nicht gerechnet und das war bestimmt nicht meine Vorstellung von der Tour.
Naja, jetzt war ich nun Mal in diese Tourifalle getreten und dachte, mach das beste draus. Aber wie vermutet, der Himmel riss nicht auf und es blieb dunkel, stürmisch und ungemütlich. Die Guids waren aber wirklich sehr bemüht, die Laune aufrecht zu halten. Wir fuhren noch zu einem anderen Spot, wo wir allerdings nicht mal ausstiegen.
Auf dem Rückweg nach Reykjavik beobachtete ich das Wetterradar und die Vorhersagen. Da die Wolken langsam aufrissen, entschied ich mich noch Mal zur Bay zu gehen. Tatsächlich sollte ich noch Mal etwas Glück haben. Es war zwar nicht vergleichbar zur Nacht zuvor, aber immerhin war doch etwas Glühen zu sehen und so konnte ich wieder glücklich ins Bett gehen.
Tipp: wer es individuell mag, bucht keine pauschale Nordlichttour. Bucht vor Ort, wenn überhaupt. Wie ihr ja inzwischen wisst, mit Glück seht ihr sie ganz ohne Tour.


Tag 3
Heute wollte ich den Versuch starten mit der "guten" Kamera ein paar schöne Bilder zu machen. Den Tag zuvor hatte ich ja nur das Handy mit. Aber der Regen und Sturm machte mir einen fetten Strich durch die Rechnung. Es war noch schlimmer und es wurde die gelbe Sturmwarnung ausgerufen.
So sah ich mir Sólfar - The Sun Voyager - Sonnenfahrer - nicht beim Sonnenuntergang, sondern mit grauem Himmel und bei Regen an. Hier den Sonnenuntergang zu sehen muß einfach fantastisch sein!
Meine erste Trockenstation war dann das Kattakaffihusid - das Katzen Cafe. Wirklich süß und für Katzen Liebhaber zu empfehlen.
Im Anschluss schlug ich dann noch Mal meinen Weg Richtung Hallgrimskirche ein, wo es eine kleine Regenpause gab.
So konnte ich wenigstens ein Bild mit meiner Kamera machen.
Auf einem kleinen Grundstück, in der Nähe der Hallgrímskirkja, hörte ich lautes Gezwitscher. Da kann ich natürlich nicht dran vorbei. Dort trieb sich ein Schwarm Rotdrosseln mit Staren rum. Die Kleinen haben mir so viel Spaß bereitet. Bis auf wenige Zentimeter kamen die an mich ran und wülten im Boden nach Nahrung. Also auch in der Stadt gibt es Wildlife. Etwas verwirrt wurde ich von anderen Touristen angeschaut, warum ich mich so lange an einem "Abrissgrundstück" aufhielt.
Die Regenpause hielt leider nicht lange an und so änderte ich meine Planung, brachte die Kamera zurück ins Hotel und fuhr zum Flyover Iceland. Bevor ich die Show machte, ging ich noch in das Aurora Reykjavík – The Northern Lights Center.
Beides war ein fantastisches Erlebnis. Besonders hat mich FlyOver Iceland geflasht. Die 3D Show ist unbeschreiblich und muß man erlebt haben.
Tipp: schaut euch die atemberaubende Show von Flyover Iceland an!
Leider war das Whale Museum schon geschlossen, als ich aus der Show kam, sonst hätte ich das auch noch mitgenommen.
Da sich der Tag langsam neigte und mein Flug am nächsten Tag sehr früh ging, entschied ich mich, noch einen Abschluss in einer Bar zu machen und dann zurück ins Hotel zu fahren.
Tag 4
Die Rückreise ging reibungslos und wir waren tatsächlich überpünktlich in Frankfurt.
Fazit: Reykjavik ist eine fantastische Stadt, die Zeit die ich hatte, war zu kurz aber ich bin glücklich es gemacht zu haben. Für Nordlichter gibt es keine Garantie, das war mir klar, aber ich hatte Glück und schon alleine das Erlebnis war jede Sekunde wert.
Die Isländer habe ich als ein sehr freundliches und aufgeschlossenes Volk ins Herz geschlossen und ich freue mich jetzt schon unbeschreiblich auf mein Abenteuer im Mai, wenn ich mir den Süden von Island anschauen werde.



































































